Der zweite Stammtisch in der Butze kam vor wenigen Wochen zustanden und ich, als Veranstalter, bin super zufrieden!
Trotz der ersten (unausweichlichen?) Vorfälle zwischenmenschlicher Natur, kamen viele Personen und zumindest das Gros, inkl. mir, hatte durchaus eine Menge Spass und freut sich auf den nächsten Termin (am 13. Juli 2016).

Bevor ich zu den eben erwähnten Vorfällen komme, zunächst die positiven Dinge:
Es kamen nochmal gute 10 Leute mehr als beim ersten Treffen; in der Summe waren wir über den Abend verteilt gute 35 Personen! Das ist für ein zweites Treffen extraordinär gut! Die Butze musste uns sogar von den vorderen Räumen einige Sitze stibitzen, damit wir alle noch Platz haben würden (und Kudos an die Leute der Butze, dass sie das gemacht haben!) – und unter anderem genau deswegen findet das Event übrigens an einem Mittwoch statt. 😉

Wir begannen mit einer Vorstellungsrunde, aber ich denke für das nächste mal können wir uns das klemmen. Wenn irgendwie 25 Menschen am Stück quasi das Gleiche sagen, hat das kaum Mehrwert; selbst die, die eigentlich gar nichts sagen wollten, aber mussten, weil sie sich durch die Runde genötigt fühlten (uncool!). Also beim nächsten mal reicht eine kleine Anrede meinerseits, um alle up-to-date zu halten, und eventuell optional wer noch was sagen möchte kann sich anhängen.

Ansonsten lief es wie gehabt ganz cool: Viel gequatsche, reger Austausch, Menschen beim kickern, beim Rauchen, beim Essen, beim Lachen – wie gewünscht eigentlich. Das Ganze ging auch wieder einmal bis lange nach 23.00 Uhr, was mich wirklich freut – das ist doch eine Messlatte für das Wohlfühlen der Gäste, nicht? 🙂

 

Aber die erste Schattenseite hat sich auch zugezeigt.
*Dass* es zu Konflikten kommen wird, das ist unausweichlich, denke ich. Schliesslich sind wir alle sehr, sehr unterschiedliche Individuen. Wir haben nur eine Sache mit Sicherheit gemein: Die Polyamorie. Und selbst die in ihren tausenden Ausführungen nichtmal absolut, sondern nur tendenziell. Was alle anderen Aspekte des menschlichen Geistes anbelangt, so bietet es genug Platz für Streitigkeiten. Soweit war mir das von Anfang an klar. Was mit allerdings nicht so gänzlich klar war, ist, wie man mit potentiellen und faktischen Beefs fair umzugehen hat.

Nun, das wohl der allgemeinen Gruppe ist für mich das wichtigste. Wir kommen, um uns kennen zu lernen und dies in möglichst harmonischer Atmosphäre. Und ohne, dass jemand beabsichtig dies zu untergraben, so geschieht es unausweichlich als Folge einfachster menschlicher Kommunikation.
In diesem Falle war es nun so, dass direkt mehrere Personen negativ auf andere auswirkten. Ich habe davon nicht einmal etwas mitbekommen, was im nachhinein für mich besonders schwierig ist damit umzugehen. Es ist nichts persönliches für mich, was zwischen den Betroffenen abging, aber als Veranstalter fühle ich mich in der Verantwortung mich einzumischen – soweit denke ich alles Verständlich, ja?
Nur, wie weiter vorgehen? Bisher habe ich die beiden Betroffenen lediglich vom kommenden Event ausgeladen. Bisher schon ein merkwürdig negatives Gefühl, denn ich machte es nur auf Basis der Einschätung anderer, nicht meiner eigenen. Eine ökonomische Entscheidung, keine ethische. Das löst keine Probleme, aber umgeht sie. Temporär vielleicht eine Lösung, aber keine dauerhafte.

Ich wäre sehr dankbar für jeden Tipp mit Störungen dieser Art umzugehen. Was wäre für mich, als Veranstalter, die richtige Entscheidung? Soll ich mich direkt involvieren als Mediator anderer privater Probleme? Soll ich mich für die a-ethische ökonimische Richtlinie entscheiden, zugunsten rein quantitativer Glücks-Absicherung (aka. die Harmonie der Gruppe kommt vor dem Wohlsein einzelner)? Muss ich überhaupt einen Grund ersuchen Leute zu verweisen? Sollte ich den Diskurs mit den Störenfrieden ersuchen oder meiden? Fragen über fragen…

 

Nichtsdestotrotz, das zweite Event war ein grosser Erfolg, in meinen Augen, und das obwohl wir noch nicht einmal so richtig mit Werbung begonnen haben. Das kommt alles noch.
Anfragen waren bereits einige da. ‚Düsseldorf Queer‘ hat den Kontakt ersucht. Wir planen einen Filmabend, hoffentlich in Kooperation mit dem CampusKino der HHU. Dieser Blog hier wird auch weiter ausgebaut. Und ich bin sehr, sehr gespannt auf den nächsten Termin.

Ich hoffe den Beef möglichst in Grenzen halten zu können, denn ich will, dass alle Polys in und um Düsseldorf sich super wohl untereinander fühlen und sich auf harmonischer Art austauschen können! 🙂

Bis nächsten Mittwoch,
❤ ❤ ❤
Euer Steffen Seth

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