Was ist Polyamorie?

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Polyamorie – ein Lebenstil, definiert durch die Ablehnung der gesellschaftlichen Norm, sich auf nur einen Partner beschränken zu müssen. Polyamore Personen jeden Geschlechts, Alters, und sozialer Stellung und Berufung sind davon überzeugt, dass Liebe keine Grenzen kennt – weder in Anzahl, noch in ihrer Art!

An sich ist Polyamorie recht schwer exakt zu definieren. Befragt man zehn polyamore Menschen dazu, was für sie Polyamorie bedeutet, so bekommt man zehn unterschiedliche Antworten. Aber genau da findet sich der eigentliche Kern der Polyamorie: Die allgemein verbreitere Normative, Liebe sei beschränkt auf eine Person zur Zeit, ist falsch. Polyamore Menschen definieren sich ihre Beziehungen so hin wie es für sie selbst passt, und nicht wie es ihnen gesellschaftlich Vorgeschrieben wird. Dies äussert sich nicht zuletzt in der Beziehungsform (Stichworte: Polycule, Dreierbeziehung, V-Beziehung, Patchwork, Beziehungsanarchie, etc.), als auch in wer geliebt wird (Stichworte: Hetero-, Homo-, Bi-, Pan-, A-, Demisexuell, etc.) und wie genau das in der Praxis aussieht und je nachdem was ‚Liebe‘ für den einzelen überhaupt bedeutet. Dabei lehnen nicht wenige den reinen Begriff ‚Liebe‘ komplett ab, weil er nur schwerstens zu fassen mag, was er versucht.

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Die Polyamory-Flagge (nach Jim Evans)

Der Begriff selbst, Polyamorie – ein Kunstwort aus dem griechischen πολύς polýs „viel, mehrere“ und dem lateinischen amor „Liebe“ –beschreibt intuitiv schon ganz gut, worum es geht. (Dabei mag man die das Portmanteau aus griechisch und latein bereits symbolisch stellvertretend für seinen Inahlt verstehen.)
Das Gegenstück dazu ist die Monoamorie, oder Monogamie – die Überzeugung nur eine Person zur Zeit lieben zu können/wollen.

Ein bekannterer Begriff ist die Polygamie, welcher im allgemeinen Sprachgebrauch den umgesetzten Zustand einer Person aktiv mehr als einen Partner zu haben, beschreibt; während Polyamorie im eigentlich Wortsinne die Einstellung gegenüber Non-monogamen Beziehungsformen beschreibt, unabhängig von ihrer Umsetzung. So mag jemand beispielsweise polyamor sein, aber in einer festen, monogamen Beziehung sein.
Allerdins werden diese beiden Begriffe, Polyamorie und Polygamie, sehr oft austauschen verwendet. Besonders im englischen Sprachraum handelt es sich um absolute Synonyme. [Anmerkung des Autors: Die Praxis in der Poly-Szene hat allerdings gezeigt, dass ein stricktes trennen dieser beiden Begriffe von besonderer Wichtigkeit sein kann, deswegen plädiere ich von einer getrennten Nutzung!]

Das Herz mit dem Zeichen der Unendlichkeit als Symbol für Polyamory
Das Herz mit dem Zeichen der Unendlichkeit als Symbol für Polyamory

Desweiteren wäre es bestimmt wichtig eine gängige Miskonzeption aus dem Weg zu räumen: Bei Polyamorie geht es nicht (primär) um Sex!
Polyamore Menschen fokusieren sich, aber nicht notwendigerweise, lieber auf eine emotionale Verbindung mit seinen Mitmenschen. Nicht jede offene Beziehung ist somit auf Polyamorie zurück zu führen. Wie wichtig Sex für seine Beziehung ist, das ist jedem Poly natürlich selbst überlassen – rein sexuelle Beziehungen sind auch nicht kategorisch der Polyamorie auszuschliessen. Viel mehr geht es um ein Gewährleisten einer jeden persönlich Präferenz, egal welcher Struktur diese folgen mag. Die Kombinatorik aus verschiedenen Beziehungsformen, Gendern, sexuelllen Präferenzen, etc., ist schliesslich unendlich Vielfältig. Und das ist das Hauptaugenmerk der Polyamorie-Szene: Diese Vielfältigkeit ist tendenziell unendlich, und wir Polys haben dies erkannt und versuchen unser, als auch das Leben anderer, dementsprechend zu verhandeln!

Liebe ist unendlich.

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